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Wie wird Nagellack eigentlich hergestellt?

Habt ihr euch jemals gefragt, wie ein Nagellack hergestellt wird und wie es möglich ist, dass er so funktioniert, wie es ein Nagellack sollte? Im heutigen Video und Blogbeitrag erfahrt ihr, wie dies möglich gemacht wird und wie sich ein herkömmlicher Nagellack von einem "free from" oder "natürlichen" Nagellack unterscheidet. Wie bei den meisten Schönheitsprodukten ist es auch bei Nagellack wichtig zu verstehen, welche Funktion das Produkt generell hat und was er tun bzw. können muss, damit es ein Nagellack von guter Qualität ist und uns Freude bereitet. Wenn ihr die Funktion versteht dann könnt ihr auch die Inhaltsstoffe und Komponenten, aus denen der Nagellack hergestellt wird um einiges besser verstehen. Wir hoffen, euch gefällt das heutige Video und ihr lernt dabei etwas Neues!

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Wie wird Nagellack eigentlich hergestellt?

Vor einiger Zeit haben wir ein Video und einen Blog-Beitrag darüber verfasst, warum ein „natürlicher“ Nagellack so gut wie unmöglich herzustellen ist. Dies liegt einfach an der Natur des Nagellacks und an dem, was wir alle von einem Nagellack erwarten, wenn es um seine Leistung bzw. Qualität geht. Es gibt jedoch Nagellacke, die etwas weniger empfehlenswerte (sogar schädliche Inhaltsstoffe) enthalten, die es definitiv wert sind, sie zu vermeiden. Wenn es um Nagellack geht und ihr es bevorzugt, lieber natürliche Produkte zu verwenden, dann geht es darum, die natürlichste und nachhaltigste Option zu finden, die auch die geringstmögliche Menge an schädlichen Inhaltsstoffen enthält. Wie bei den meisten Schönheitsprodukten gibt es bei Nagellack kein „perfektes“ Produkt, aber es gibt definitiv bessere Optionen, als die herkömmlichen Nagellacke, die immer noch schädliche Inhaltsstoffe enthalten.

In diesem Blogpost (und Video oben) sprechen wir über die Komponenten, die im Allgemeinen jeder Nagellack benötigt, damit er funktioniert. Wir werden manchmal "konventionelle" und "free from" Nagellacken vergleichen. Mit "konventionell" meinen wir die Nagellacke (und Marken), die man in jeder Drogerie finden kann und jeden Nagellack, der keine "free" Ansprüche verwendet. Mit "free from" Nagellacken meinen wir alle Nagellacke, die einen "free from" Anspruch haben (z. B. 5 free, 7 free, 10 free usw.) oder ihren Nagellack als "natürlich" beschreiben oder dieses Adjektiv beanspruchen.

Bitte beachtet jedoch, wenn Marken behaupten, dass deren Nagellack natürlich sein soll, dann ist das höchstwahrscheinlich „Greenwashing“, da ein Nagellack, der tatsächlich funktioniert, so gut wie unmöglich „natürlich“ zu erzeugen ist. Stellt also sicher, dass ihr die Zutaten überprüft, um etwaige Ansprüche selber zu bestätigen.

Beginnen wir also. Damit Nagellack funktioniert (wie er funktionieren sollte), benötigt er im Allgemeinen die folgenden Komponenten:

1. Solvent(s) / Lösungsmittel
2. Formbildende Polymere
3. Adhesive / Bindemittel
4. Plasticizer(s) / Weichmacher
5. Pigmente & Perlenessenz 
6. Thickening agent / Verdickungsmittel (oft, aber nicht immer) 

1. & 2. Lösungsmittel & formbildende Polymere

Beginnen wir mit den ersten beiden Komponenten in der obigen Liste, die ziemlich die wichtigsten sind und die Stoffe, die dafür verantwortlich sind, dass der Nagellack in der Flasche flüssig ist und hart auf unseren Nägeln wird. Die häufigste und am meisten notwendige Kombination, die man in fast jedem Nagellack finden wird (egal, ob es sich um einen „konventionellen“ oder einen „free from“ Nagellack handelt), sind seine Lösungsmittel und Nitrocellulose. Die Lösungsmittel halten den Nagellack in der Flasche flüssig und sind auch der am stärksten konzentrierte Bestandteil eines Nagellacks, wenn er in der Flasche ist. Es gibt viele Arten von Lösungsmitteln, die in Nagellack verwendet werden, aber zwei sehr häufige (die wir auch in unserem Nagellack verwenden) sind Ethylacetat und Butylacetat. Wenn man jedoch den Nagellack auf die Nägel aufträgt, dann verdunsten die Lösungsmittel und das filmbildende Polymer härtet auf den Nägeln aus. Das am häufigsten verwendetet Polymer (egal, ob es sich um einen „herkömmlichen“ oder einen „free from“ Nagellack handelt), ist Nitrocellulose. Dies ist der am stärksten konzentrierteste Bestandteil des Nagellacks, wenn dieser sich auf den Nägeln befindet.

3. Adhesive / Bindemittel

Der nächste wichtige Bestandteil eines Nagellacks ist das Bindemittel. Wie der „Name“ sagt, ist dies die Komponente / Zutat, die dem Nagellack hilft, tatsächlich auf den Nägeln zu haften (und dort länger als einen Tag zu bleiben). Hier unterscheiden sich die „free from“ Nagellacke häufig von einem „herkömmlichen“ Nagellack. Bei „herkömmlichen“ Nagellacken wird häufig eine Art Harz oder eine Kombination davon als Bindemittel verwendet. Beispiele für diese Harze sind Formaldehydharz (in der EU nicht zulässig) oder Tosylamide / Epoxid resin (häufig in herkömmlichen Nagellacken auch in der EU verwendet). Es ist bekannt, dass diese Harze für unsere Gesundheit schädlich sein können, weil beispielsweise Formaldehydharz nachgewiesenermaßen krebserregend ist. Aus diesem Grund entscheidet sich ein „free from“ Nagellackmarke meistens für eine andere Alternative als Bindemittel und enthält keine Harze in der Rezeptur. Die gängigste und fast einzige andere Option ist die Verwendung von Acrylates Copolymer als Haftmittel.

Acrylates Copolymer in Nagellack…
Es ist bekannt, dass Acrylates Copolymer gesundheitlich sicher und bedenkenlos auf unseren Nägeln angewendet werden kann*. Das „Problem“ mit Acrylates Copolymer ist, dass es zwar nicht offiziell als Mikroplastik eingestuft ist, jedoch sehr ähnliche Eigenschaften wie ein Mikroplastik aufweist, weshalb dieser Inhaltsstoff einige Bedenken hinsichtlich unserer Umwelt aufwerfen kann. Es ist jedoch wichtig zu verstehen und sich immer wieder daran zu erinnern, wie wir Nagellack tatsächlich verwenden und entfernen. Denn die meisten anderen Schönheitsprodukte waschen wir in der Dusche oder im Waschbecken mit Wasser ab, Nagellack entfernen wir mit einem Nagellackentferner und einem Wattepad, wobei das Wattepad ordnungsgemäß im Müll entsorgt wird. Dies bedeutet, dass der Nagellack höchstwahrscheinlich nicht in unseren Wasserwegen, Ozeanen oder in der Natur landen wird (dies kann natürlich nicht garantiert werden und dies wird zudem in jedem Land variieren - abhängig davon, wie das Entsorgungssystem funktioniert). Acrylates Copolymer, das in anderen kosmetischen Produkten verwendet wird, sollte unbedingt vermieden werden. Aufgrund der Funktion des Nagellacks kann es jedoch als eine sehr gute und 100% bessere Bindemittelalternative zu Harzen angesehen werden, die nicht nur gesundheitliche Bedenken aufwerfen, sondern auch nicht gut für die Umwelt sind.

4. Plasticizer(s) / Weichmacher

Die letzte „entscheidende“ Komponente eines Nagellacks sind Weichmacher. Die Weichmacher machen Nagellack grundsätzlich flexibler und erhöhen ihre Haltbarkeit, d.h. sie machen den Nagellack weniger anfällig für Risse oder das Splittern. "Konventionelle" und "free from" Nagellacke unterscheiden sich wiederum von der Art des Weichmachers, den sie in ihrem Nagellack verwenden. Herkömmliche Nagellacke verwenden häufig Weichmacher wie Kampfer (in der EU nicht zulässig), Phtalate oder Triphenylphosphat, die alle als schädliche oder toxische (z. B. hormonstörende) Inhaltsstoffe eingestuft wurden. Diese Weichmacher werden oft als „besserer Qualität“ bzgl. der Haltbarkeit des Lacks angesehen, als die alternativen Weichmacher, die ein „free from“ Nagellack  stattdessen verwenden würde. Aber: Selbst wenn diese Weichmacher dazu beitragen könnten, dass der Nagellack ein oder zwei Tage länger auf den Nägeln hält, sind sie aufgrund ihrer gesundheitlichen und ökologischen Bedenken etwas, das man auf jeden Fall vermeiden sollte. Eine "free from" Nagellackmarke entscheidet sich für einen sichereren und weniger schädlichen Weichmacher, z.B. Acetyl Tributyl Citrate. 

5. & 6. Pigmente / Perlenessenz & Verdickungsmittel

Die letzte Komponente, die jeder Nagellack gemeinsam hat, sind die Pigmente und / oder Perlen. Wie die Namen sagen, geben diese dem Nagellack seine Farbe, seinen Glanz, seinen Schimmer und / oder seinen Metallic-Ton.
Es gibt Hunderte von Pigmenten, die in einem Nagellack verwendet werden könnten, um die verschiedenen Farben zu erzeugen. Diese können entweder anorganisch sein (z. B. Chromoxid für Grün, Eisenoxid für Rot und Orangen oder Eisenferrocyanid für blaue Farben) oder organische Verbindungen, welche Pigmente / Farben sind, die häufig auch in Lebensmitteln vorkommen. Ein roter Nagellack enthält häufig das Pigment „Karminrot“, das aus zerkleinerten Cochineal-Käfern gewonnen wird, weshalb ein roter Nagellack oft nicht vegan ist. Pigmente werden am häufigsten mit ihren CI-Nummern in der Inhaltsstoffliste angegeben, die normalerweise die letzten Stoffe auf der Liste sind.
Metallic-, Glitter- oder Schimmertöne enthalten auch Inhaltsstoffe wie MICA oder Guanin (für Schimmer) oder eine Mischung aus Titandioxid oder MICA (für Metallic oder Perlmutt). Guanin wird aus Fischschuppen gewonnen, die wiederum eine häufige nicht-vegane Zutat in einem Nagellack sind. Einige Glitzernagellackfarben können auch Polymerpartikel enthalten. Schließlich enthält ein Nagellack häufig auch ein Verdickungsmittel wie Stearalkonium hectorite oder Stearalkonium bentonite, um die Pigmente im Nagellack suspendiert zu halten und die glatte und geschmeidige Konsistenz des Nagellacks zu erzeugen.

Zusammenfassend kann man mit Sicherheit sagen, dass Nagellack ein ganz besonderes und einzigartiges kosmetisches Produkt ist und sich von allen anderen Schönheitsartikeln unterscheidet, die wir verwenden. Was einen Nagellack so anders macht als andere Make-Up-Produkte, ist, dass er in der Flasche flüssig sein und auf unseren Nägeln aushärten muss. Außerdem muss er mehrere Tage auf unseren Nägeln halten. Obwohl alle Nagellacke sehr ähnliche Komponenten haben, lohnt es sich auf jeden Fall, einen weniger schädlichen oder „free from“ Nagellack zu wählen, der meistens sicherere Alternativen für jede der oben genannten Komponenten enthält. Wie bei den meisten Dingen auf der Welt (insbesondere bei Schönheitsprodukten) gibt es kein „perfektes“ Produkt, wenn es um Nagellack und seine Inhaltsstoffe geht, aber es gibt definitiv sicherere und unbedenklichere Alternativen und weniger sichere Alternativen. Im Allgemeinen verwenden die "herkömmlichen" Nagellacke oft noch schädliche Inhaltsstoffe, insbesondere wenn es um ihre Bindemittel und Weichmacher geht, aber sie verwenden auch oftmals ein schädlicheres Lösungsmittel als z.B. Ethylacetat oder Butylacetat (verschiedene Lösungsmittel können dazu beitragen, dass der Nagellack schneller oder langsamer trocknet).

Wenn es um Nagellack geht, ist es am besten, sich für die natürlichste, am wenigsten schädliche und nachhaltigste Option – nämlich „free from“ Nagellack zu entscheiden. Wir bei Kia-Charlotta stellen 14-free Nagellacke her, was bedeutet, dass sie frei von den 14 schädlichsten und ganz ohne tierische Inhaltsstoffen sind, die heute noch häufig in Nagellacken verwendet werden. Darüber hinaus sind unsere Nagellacke in 5-ml-Flaschen (anstelle der üblichen 11-ml- oder 15-ml-Flasche) erhältlich, sodass das gesamtes Produkt tatsächlich verwenden wird, anstatt ein paar halb volle Nagellacke zu Hause zu lagern, die man nie mehr verwenden wird. Das heißt: Achtet auch auf den Abfall, den ihr verursacht und versucht, ein bisschen weniger davon zu erzeugen, auch mit Nagellack. Wenn ihr feststellt, dass ihr euren Nagellack nicht bis zum Ende verwendet habt, er aber ausgetrocknet ist und ihr ihn recyceln müsst, dann lest bitte unseren Blog-Beitrag, wie man seinen Nagellack richtig recycelt hier. (Spoiler: So einfach ist das nicht).

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Wir wünschen euch einen schönen Tag und hoffen, dass es euch gut geht & bleibt alle gesund!

Viel Liebe,
Euer Kia-Charlotta Team

* Haftungsausschluss: Wir sind keine Mitglieder der Gesundheitsbranche, Experten oder Spezialisten. Wenn ihr detaillierte Fragen zu Inhaltsstoffen oder anderen gesundheitlichen Problemen habt, wendet euch bitte an euren Arzt. Wir empfehlen außerdem immer, eigene Recherche zu betreiben und alle im Internet oder von Unternehmen / Marken gemachten Angaben oder auffindbaren Informationen zu validieren.

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